Die Innstadt liegt gegenüber der Altstadt am linken Innufer und ist über die Marienbrücke in wenigen Minuten erreichbar. Hier stand das römische Kastell Boiotro, dessen Reste im Römermuseum zu sehen sind. Über der Innstadt liegt die Wallfahrtskirche Mariahilf, erreichbar über eine gedeckte Stiege mit 321 Stufen.
Warum die Innstadt oft übersehen wird
Wer nur einen Tag in Passau hat, bleibt in der Altstadt – dort liegen Dom, Rathaus und Ortsspitze. Die Innstadt braucht einen bewussten Entschluss und fünf Minuten über die Brücke. Genau deshalb ist sie ruhiger, günstiger und für Fotos interessanter: Von dort sieht man die Altstadt als Silhouette.
Historisch ist die Innstadt älter als die Altstadt in ihrer heutigen Form. Die Römer errichteten hier das Kastell Boiotro, später entwickelte sich ein eigener Ort, der erst im 19. Jahrhundert eingemeindet wurde. Diese Eigenständigkeit ist im Ortsbild noch zu erkennen.
Heute ist die Innstadt Wohnviertel mit Nahversorgung, Lokalen und studentischem Publikum. Wer in Passau übernachtet und in Ruhe essen will, findet hier häufig bessere Preise als am Domplatz.
Drei Ziele in der Innstadt
Römermuseum Boiotro
Reste des Kastells, Funde aus der Römerzeit und ein rekonstruierter Bereich. Kompakt und gut erklärt.
Mariahilf
Wallfahrtskirche über der Innstadt, erreichbar über die gedeckte Stiege mit 321 Stufen. Aussicht inklusive.
Innufer
Uferweg mit Blick auf die Altstadtsilhouette – der beste Ort für Fotos vom Dom.
Der Weg hinauf nach Mariahilf
Die Wallfahrtsstiege ist eine gedeckte Treppe mit 321 Stufen, die von der Innstadt hinauf zur Kirche führt. Sie ist überdacht, also auch bei Regen nutzbar, und mit Kreuzwegstationen versehen. Für den Aufstieg braucht man etwa zehn Minuten, mit Pausen mehr – die Stufen sind gleichmäßig, aber durchgehend steil.
Oben liegt die Wallfahrtskirche Mariahilf aus dem 17. Jahrhundert mit dem berühmten Gnadenbild. Der Platz davor bietet Blick über Innstadt, Inn und die Altstadt gegenüber. Wer die Treppe nicht gehen will: Eine Straße führt hinauf, es gibt Parkplätze und eine Busanbindung.
Praktisch: Der Rückweg lässt sich variieren – über die Straße hinunter zum Innufer und dann am Wasser zurück zur Brücke. Zusammen mit Römermuseum ergibt das einen Halbtagesausflug von etwa zwei bis drei Stunden.
Was in der Innstadt zu sehen ist
Für Fotos und für Ruhe
Das bekannteste Passau-Motiv – Dom und Altstadt über dem Wasser – entsteht vom Innufer der Innstadt aus. Das Licht ist am Nachmittag und Abend am besten, weil die Altstadt dann von vorne beleuchtet wird. Vormittags liegt sie im Gegenlicht.
Für einen ruhigen Nachmittag ist die Innstadt die beste Wahl in Passau: Es gibt Bänke am Wasser, wenig Durchgangsverkehr und keine Reisegruppen. Wer mit Hund unterwegs ist, findet hier mehr Platz als in den Altstadtgassen.
Anreise und Verbindung
Zu Fuß über die Marienbrücke von der Altstadt aus etwa fünf Minuten. Mit dem Bus bestehen Verbindungen ab Hauptbahnhof und Zentrum. Mit dem Auto ist Parken in der Innstadt einfacher und meist günstiger als in der Altstadt – ein Argument für Tagesgäste.
Wer die Innstadt mit einer Wanderung verbinden will: Von dort führen Wege hinauf in Richtung Kohlbruck und in die Wälder südlich der Stadt.
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Geschichte: von Boiotro zur Innstadt
Die Römer errichteten hier im 3. Jahrhundert das Kastell Boiotro als Teil der Grenzsicherung an der Donau. Nach dem Abzug entstand eine Siedlung, die über Jahrhunderte eigenständig blieb und erst 1874 zu Passau kam. Diese Eigenständigkeit erklärt, warum die Innstadt eine eigene Pfarrkirche, eigenen Ortskern und eine andere Bebauung hat als die Altstadt.
Die Severinskirche gilt als eine der ältesten Kirchen des Raums und geht auf eine spätantike Anlage zurück. Zusammen mit dem Römermuseum ergibt sich damit ein Rundgang, der die Zeit vor der Bischofsstadt greifbar macht – ein Aspekt, der bei Passau-Besuchen meist übersehen wird.
Rundgang durch die Innstadt
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