Ein Businessplan hat zwei Adressaten: die Bank oder Förderstelle und Sie selbst. Für die Bank zählt der Zahlenteil – Planung, Kapitaldienstfähigkeit, Sicherheiten. Für Sie zählt, ob das Vorhaben rechnerisch tragfähig ist. Beides gehört zusammen.
Was Banken tatsächlich prüfen
Der Textteil wird gelesen, entschieden wird über die Zahlen. Konkret prüft eine Bank, ob aus dem geplanten Ergebnis Zins und Tilgung bezahlbar sind, wie hoch der Eigenanteil ist, welche Sicherheiten bestehen und wie realistisch die Umsatzannahmen sind.
Am häufigsten scheitern Pläne an drei Punkten: zu optimistische Umsatzkurven in den ersten Monaten, fehlende Liquiditätsplanung mit Zahlungszielen und ein zu geringer Puffer für Anlaufkosten. Wer diese drei sauber hat, führt ein deutlich ruhigeres Gespräch.
Hilfreich ist außerdem die Herleitung. Eine Umsatzzahl, die sich aus Kapazität, Preis und Auslastung ergibt, ist überzeugender als eine Zielgröße. Banken erkennen den Unterschied sofort.
Was der Plan enthält
Geschäftsmodell
Angebot, Zielgruppe, Einzugsgebiet und Abgrenzung zum Wettbewerb.
Markt und Standort
Nachfrage in der Region, Wettbewerbssituation, Standortfaktoren.
Planzahlen
Umsatz-, Kosten- und Ergebnisplanung über drei Jahre.
Liquiditätsplan
Monatlich im ersten Jahr, inklusive Zahlungsziele und Anlaufkosten.
Investition & Finanzierung
Mittelbedarf, Eigenanteil, Fördermöglichkeiten, Sicherheiten.
Kapitaldienst
Nachweis, dass Zins und Tilgung aus dem Ergebnis tragbar sind.
Ablauf und Zeitrahmen
Wir beginnen mit einem Gespräch über das Vorhaben und die vorhandenen Unterlagen: Angebote, Mietvertrag, Kalkulationen, bisherige Zahlen bei bestehenden Betrieben. Daraus entsteht ein erster Zahlenrahmen, der schnell zeigt, ob das Vorhaben grundsätzlich trägt.
Danach entstehen Textteil und Planung parallel. Wichtig ist die Abstimmung: Jede Annahme im Text muss sich in den Zahlen finden – und umgekehrt. Widersprüche zwischen Text und Tabelle fallen bei jeder Bankprüfung auf.
Realistisch sind zwei bis vier Wochen bis zur bankfertigen Fassung, abhängig davon, wie schnell Unterlagen vorliegen. Auf Wunsch bereiten wir das Bankgespräch mit vor und gehen die kritischen Fragen durch.
Was wir von Ihnen brauchen
Mehr als Papier für die Bank
Ein Businessplan, der nur zur Kreditzusage dient, verliert danach seinen Wert. Wir bauen die Planung deshalb so, dass Sie sie weiterverwenden können: Ist-Werte lassen sich monatlich gegenüberstellen, Abweichungen werden früh sichtbar.
Genau darin liegt der praktische Nutzen. Wer im dritten Monat sieht, dass die Auslastung zehn Prozent unter Plan liegt, kann reagieren – nicht erst beim Jahresabschluss ein Jahr später.
Weil wir selbst investieren und beteiligt sind, betrachten wir Pläne aus der Perspektive des Kapitalgebers. Wir sagen deutlich, wenn wir eine Annahme nicht für tragfähig halten – das ist unangenehmer, aber nützlicher als ein schöner Plan.
Passend dazu
Der Liquiditätsplan entscheidet über das Überleben
Ein Betrieb kann rechnerisch Gewinn machen und trotzdem zahlungsunfähig werden. Grund sind Zahlungsziele: Material wird sofort bezahlt, die Kundenrechnung erst nach dreißig oder sechzig Tagen. In der Aufbauphase entsteht daraus eine Lücke, die viele Pläne nicht abbilden.
Deshalb planen wir das erste Jahr monatlich und nicht als Jahressumme. Sichtbar wird dadurch, in welchen Monaten das Konto am engsten ist und wie hoch der Puffer sein muss. Banken achten genau darauf – ein sauberer Liquiditätsplan ist oft überzeugender als eine hohe Umsatzprognose.
Ergänzend rechnen wir eine vorsichtige Variante: zwanzig Prozent weniger Umsatz, längere Zahlungsziele. Wenn das Vorhaben auch dann trägt, ist es belastbar. Wenn nicht, wissen Sie es vorher.
Positionen, die häufig fehlen
Ansprechpartner in der Region
Für Gründung und Finanzierung in Passau sind mehrere Stellen relevant: die Gewerbeämter der Stadt und der Gemeinden, IHK Niederbayern und Handwerkskammer für zulassungspflichtige Berufe, die Hausbank oder Sparkasse für die Finanzierung sowie Förderbanken auf Landes- und Bundesebene.
Wir stellen zusammen, welche Stelle wofür zuständig ist und in welcher Reihenfolge angesprochen werden sollte. Häufig lohnt es, mit zwei Banken parallel zu sprechen – Konditionen und Bereitschaft unterscheiden sich deutlich.
Steuerliche Fragen gehören zu Ihrem Steuerberater. Wir arbeiten mit dessen Angaben und stimmen die Planung so ab, dass Zahlen und Steuerkonzept zueinander passen.
Wofür ein Businessplan wirklich gebraucht wird
Ein Businessplan hat zwei Adressaten. Der erste ist die Bank oder Förderstelle: Sie prüft, ob die Zahlen tragen und ob der Kapitalbedarf sauber begründet ist. Der zweite Adressat sind Sie selbst – ein Plan, den man nicht erklären kann, ist meist auch nicht durchdacht.
Aus der Praxis: Abgelehnt wird selten wegen der Idee, sondern wegen fehlender Zahlen. Häufigste Lücken sind ein zu optimistischer Umsatzstart, vergessene Privatentnahmen und eine Liquiditätsplanung, die Zahlungsziele der Kunden ignoriert.
Bestandteile, die wir gemeinsam erarbeiten
Antworten auf einen Blick
Businessplan anfragen
Beschreiben Sie Ihr Vorhaben in wenigen Sätzen – wir melden uns mit Einschätzung, Umfang und Festpreis. Wir melden uns in der Regel innerhalb von 1–3 Werktagen.


