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Wissen · Geschichte

Geschichte Passaus: von Boiotro bis zum Barock

Römisches Kastell, Salzhandel, Fürstbistum und der Brand, der die Stadt neu formte.

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Historische Altstadt von Passau mit barocken Fassaden – Zeugnis des Wiederaufbaus nach 1662
BavariaConnect
Jürgen Kronawitter
Inhaber BavariaConnect – Marketing, Investments und Unternehmensberatung in Passau. Redaktionell verantwortlich für diesen Beitrag.
Veröffentlicht am 10.02.2026 · zuletzt geprüft am 30.07.2026

Passau war zunächst römischer Militärstandort, wurde 739 Bischofssitz und stieg als Handelsplatz für Salz auf. Nach dem Stadtbrand von 1662 baute man die Stadt im italienischen Barock wieder auf – deshalb wirkt die Altstadt heute südländischer als andere bayerische Städte.

Römerzeit und frühes Mittelalter

Die Römer sicherten hier die Donaugrenze und errichteten zwei Anlagen: Boiodurum auf dem Gebiet der heutigen Innstadt und später das Kastell Boiotro. Reste sind im Römermuseum sichtbar. Der Name Passau leitet sich über Batavis von der römischen Besatzung ab – einer Einheit bataviischer Soldaten.

Nach dem Ende der römischen Herrschaft blieb der Ort besiedelt. 739 richtete Bonifatius das Bistum Passau ein, das über Jahrhunderte zu den größten Diözesen des Reichs zählte und weit nach Osten bis Ungarn reichte. Diese kirchliche Bedeutung prägt die Stadt bis heute – vom Dom bis zur Residenz.

Wirtschaftlich stieg Passau über den Handel auf. Salz aus den Alpen wurde über Inn und Donau verschifft und in Passau umgeschlagen; die Salzstadel an der Donaulände zeugen davon. Dazu kam das Handwerk der Schwertschmiede, deren Passauer Wolf als Marke über Jahrhunderte bekannt war.

Drei Wendepunkte

01

739: Bistumsgründung

Passau wird Bischofssitz einer der größten Diözesen des Reichs – Grundlage für Macht und Bauwerke.

02

Salzhandel

Umschlagplatz für Salz aus den Alpen. Die Stadt wird reich, die Stadel an der Donau bleiben als Zeugnis.

03

1662: Stadtbrand

Fast die gesamte Stadt brennt. Der Wiederaufbau im italienischen Barock formt das heutige Bild.

Fürstbischöfe, Brand und Barock

Die Passauer Bischöfe waren zugleich weltliche Fürsten – Fürstbischöfe mit eigenem Territorium, Gerichtsbarkeit und Steuerhoheit. Das erklärt die Größe von Dom und Residenz in einer Stadt, die nie besonders viele Einwohner hatte. Erst 1803 endete diese Herrschaft mit der Säkularisation, Passau kam zu Bayern.

Der Stadtbrand von 1662 zerstörte große Teile der Stadt. Der barocke Wiederaufbau mit italienischen Baumeistern prägt das heutige Erscheinungsbild. Am Dom blieben wesentliche gotische Teile des Ostbaus erhalten, während das Langhaus barock erneuert wurde.

Die Universität nahm 1978 ihren Betrieb auf und prägte die weitere Entwicklung der Stadt. Studienplätze, Forschung und studentisches Leben ergänzten Passaus Rolle als Verwaltungs-, Handels- und Grenzstadt.

Veste Oberhaus über Passau – Festung der Fürstbischöfe und heute Museum zur Stadtgeschichte

Orte, an denen Geschichte sichtbar ist

✓Römermuseum Kastell Boiotro in der Innstadt
✓Stephansdom mit gotischem Chor und barockem Langhaus
✓Veste Oberhaus als Festung der Fürstbischöfe
✓Salzstadel und Speicherbauten an der Donaulände
✓Hochwassermarken am Rathaus ab 1501
✓Alte und Neue Residenz am Residenzplatz

Warum Passau anders aussieht als Bayern

Wer aus Regensburg oder München kommt, merkt sofort den Unterschied: Passau wirkt italienischer – helle Fassaden, Kuppeln, geschwungene Giebel, enge Gassen mit Innenhöfen. Das ist keine Stilfrage, sondern Folge des Wiederaufbaus nach 1662 durch Baumeister aus Norditalien.

Zweiter Faktor ist die Topografie. Die Altstadt konnte nicht in die Breite wachsen, weil zwei Flüsse sie begrenzen. Also baute man dicht und hoch – ein Stadtbild, das eher an oberitalienische Städte erinnert als an bayerische Marktorte.

Geschichte im Alltag

Die Hochwassermarken am Rathaus veranschaulichen frühere Überflutungen und machen die Bedeutung des Hochwasserschutzes sichtbar. Das Ereignis von 2013 war besonders schwer; historische Marken und moderne Pegelmessungen müssen mit ihrem jeweiligen Bezug gelesen werden.

Unternehmen können ihre tatsächliche Geschichte verständlich darstellen: Gründung, Entwicklung und nachvollziehbare Arbeitsschwerpunkte. Solche Angaben sollten belegbar sein; ein bestimmter Vertrauens- oder Werbeeffekt lässt sich daraus nicht pauschal ableiten.

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Passau im 20. Jahrhundert

Die Stadt blieb im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise unzerstört, was das erhaltene Altstadtbild erklärt. Nach 1945 kamen Flüchtlinge und Heimatvertriebene in großer Zahl; Passau war Durchgangs- und Aufnahmeort, mehrere Stadtteile wuchsen in dieser Zeit deutlich.

Die zweite große Veränderung war die Universitätsgründung 1978. Sie brachte junge Bevölkerung, neue Wohnraumnachfrage und ein anderes kulturelles Angebot – aus einer Verwaltungs- und Grenzstadt wurde eine Stadt mit studentischem Anteil, der das Straßenbild bis heute prägt.

Zeitstrahl in Stichpunkten

✓Um 80 n. Chr.: römische Anlagen Boiodurum und später Boiotro
✓739: Gründung des Bistums Passau
✓Mittelalter: Aufstieg durch Salzhandel und Schwertschmiede
✓1662: Stadtbrand, danach barocker Wiederaufbau
✓1803: Säkularisation, Passau kommt zu Bayern
✓1978: Gründung der Universität Passau
Häufige Fragen

Antworten auf einen Blick

Woher kommt der Name Passau?+

Über die Form Batavis von der römischen Besatzung, einer Einheit bataviischer Soldaten am Donaulimes.

Wann wurde das Bistum gegründet?+

739 durch Bonifatius. Es war über Jahrhunderte eine der größten Diözesen des Reichs.

Was war der Stadtbrand von 1662?+

Ein Feuer, das den größten Teil der Stadt zerstörte. Der Wiederaufbau erfolgte im italienischen Barock und prägt das heutige Bild.

Warum war Passau reich?+

Durch den Salzhandel über Inn und Donau sowie das Handwerk der Schwertschmiede mit dem Passauer Wolf als Marke.

Was waren Fürstbischöfe?+

Bischöfe, die zugleich weltliche Herrscher mit eigenem Territorium waren. In Passau endete diese Herrschaft 1803 mit der Säkularisation.

Wo sieht man die Stadtgeschichte am besten?+

Im Oberhausmuseum auf der Veste, im Römermuseum in der Innstadt und an den Hochwassermarken am Rathaus.

Wurde Passau im Krieg zerstört?+

Vergleichsweise wenig – das erklärt das gut erhaltene barocke Altstadtbild.

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