
Bei der Wahl eines Rechtsanwalts in Passau zählt vor allem, ob die Kanzlei Ihr Rechtsgebiet wirklich bearbeitet. Ein Fachanwaltstitel ist dabei ein belastbarer Hinweis: Er setzt Nachweise über Theorie und eine Mindestzahl bearbeiteter Fälle voraus.
Häufige Rechtsgebiete
Arbeitsrecht
Kündigung, Abfindung, Aufhebungsvertrag – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Familienrecht
Trennung, Unterhalt, Sorgerecht mit oft langer Begleitung.
Miet- & Immobilienrecht
Mietstreit, Kauf, Bauvertrag und Nachbarschaftsfragen.
Verkehrsrecht
Unfall, Bußgeld, Führerschein – häufig mit Versicherungsbezug.
Handels- & Gesellschaftsrecht
Verträge, Gesellschafterfragen, Unternehmensnachfolge.
Erbrecht
Testament, Erbengemeinschaft, Pflichtteil.
Kosten verstehen
Anwaltskosten können sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz richten oder auf einer Vergütungsvereinbarung beruhen. Je nach Tätigkeit spielen Gegenstandswert, gesetzliche Gebühren oder vereinbarte Stunden- beziehungsweise Pauschalhonorare eine Rolle. Lassen Sie sich auch Auslagen und Umsatzsteuer erläutern.
Bei einem ersten Beratungsgespräch für Verbraucher sieht § 34 RVG ohne abweichende Gebührenvereinbarung eine Gebühr von höchstens 190 Euro vor; Umsatzsteuer und gegebenenfalls Auslagen können hinzukommen. Vereinbaren Sie vorab Kosten und Umfang.
Wenn eine Rechtsschutzversicherung besteht, klären Sie die Deckung vor dem ersten Termin. Viele Kanzleien übernehmen die Deckungsanfrage, das sollte aber vereinbart sein.
Fragen für das Erstgespräch
Kommunikation entscheidet
Viele Beschwerden über Anwälte betreffen nicht die juristische Arbeit, sondern die Information: Wer wochenlang nichts hört, verliert das Vertrauen – auch wenn im Hintergrund gearbeitet wird.
Vereinbaren Sie deshalb zu Beginn, wie Sie informiert werden. Eine kurze Rückmeldung nach jedem Verfahrensschritt genügt meist und erspart beiden Seiten Nachfragen.
Was das Erstgespräch kosten darf
Die Grenze für eine Verbraucher-Erstberatung gilt nur, wenn keine abweichende Vergütungsvereinbarung getroffen wurde. Ein Erstgespräch ist außerdem von anschließender Vertretung oder einem Gutachten zu unterscheiden. Fragen Sie nach einem Gesamtbetrag einschließlich Umsatzsteuer und möglicher Auslagen.
Für weitere Tätigkeiten können gesetzliche Gebühren oder eine wirksame Vergütungsvereinbarung maßgeblich sein. Lassen Sie sich vor Beginn erklären, welches Modell gilt und welche Kosten zusätzliche Schritte verursachen.
Bei bestehender Rechtsschutzversicherung sollte die Deckung vor Mandatserteilung geklärt werden. Viele Kanzleien übernehmen die Deckungsanfrage; auch das gehört vorher vereinbart.
Vorbereitung auf den Termin
Fristen, die man nicht verpassen darf
Für eine Kündigungsschutzklage gilt grundsätzlich eine Frist von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung. Maßgeblich ist § 4 KSchG; Ausnahmen und besondere Fallkonstellationen sollte die Beratung unverzüglich prüfen. Warten Sie bei einer Kündigung nicht auf einen späteren allgemeinen Termin.
Auch bei Bußgeldbescheiden, Widersprüchen und Verjährungsfragen entscheiden Tage. Deshalb gehört das Zustellungsdatum jedes Schreibens notiert, bevor man sich um Inhalt und Strategie kümmert.
Weisen Sie bei der Kontaktaufnahme sofort auf mögliche Fristen und das Zugangsdatum hin. Lassen Sie ausdrücklich bestätigen, ob die Kanzlei das Mandat annimmt und die Fristbearbeitung übernimmt.
Wann eine Rechtsberatung sinnvoll ist
Außergerichtlich klären oder klagen?
Eine außergerichtliche Lösung kann Zeit und Kosten sparen, hängt aber von Streitgegenstand, Fristen und Einigungsbereitschaft ab. Lassen Sie Vergleich, Mediation und gerichtliches Vorgehen anhand Ihrer Ziele gegenüberstellen.
Für die Entscheidung über eine Klage zählen rechtliche Chancen, Beweisbarkeit, Kosten und Durchsetzbarkeit. Auch bei finanziellen Problemen der Gegenseite können Fristwahrung oder die Sicherung einer Forderung relevant sein; die Kanzlei muss den Einzelfall bewerten.
Bitten Sie um eine verständliche Einschätzung der Chancen, Unsicherheiten und Kostenrisiken. Eine seriöse Bewertung lässt sich nicht in jedem Fall als Prozentzahl ausdrücken.
Kostenrisiko im Überblick
Unterlagen und Ablauf beim Mandat
Klären Sie ausdrücklich, wann das Mandat beginnt, welchen Auftrag die Kanzlei übernimmt und welche Vollmacht benötigt wird. Nicht jede Beauftragung setzt einen unterschriebenen Vertrag voraus. Besonders bei Fristen darf die Zuständigkeit nicht offenbleiben.
Rechnen Sie mit Rückfragen: Je vollständiger Ihre Unterlagen sind, desto weniger Zeit geht für Nachforderungen verloren – und desto günstiger wird die Bearbeitung bei Abrechnung nach Stundensatz.
Halten Sie den Schriftverkehr gebündelt. Eine chronologisch sortierte Ablage mit Datum, Absender und kurzer Notiz ist die beste Vorbereitung, die Sie selbst leisten können.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtliche, steuerliche und medizinische Fragen gehören in die Hände der jeweils zuständigen Fachleute; Angaben zu Preisen, Fristen und Terminen können sich ändern.
Termine, Preise und Angebote können sich ändern. Prüfe aktuelle Einzelheiten bei den verlinkten offiziellen Stellen oder direkt beim jeweiligen Anbieter. Hinweise auf veraltete Angaben kannst du uns über die Kontaktseite melden.
So findest du dich im Beitrag zurecht
Die kurze Antwort gibt einen ersten Überblick. In den folgenden Abschnitten findest du Hintergründe und praktische Hinweise; der FAQ-Bereich greift ergänzende Fragen auf.
Für konkrete Termine, Preise und Verfügbarkeiten sind die Angaben der jeweils zuständigen Stellen und Anbieter maßgeblich. Verlinkte Quellen helfen dir, diese vor einer Entscheidung nachzuprüfen.
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