
Bei der Wahl eines Rechtsanwalts in Passau zählt vor allem, ob die Kanzlei Ihr Rechtsgebiet wirklich bearbeitet. Ein Fachanwaltstitel ist dabei ein belastbarer Hinweis: Er setzt Nachweise über Theorie und eine Mindestzahl bearbeiteter Fälle voraus.
Häufige Rechtsgebiete
Arbeitsrecht
Kündigung, Abfindung, Aufhebungsvertrag – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Familienrecht
Trennung, Unterhalt, Sorgerecht mit oft langer Begleitung.
Miet- & Immobilienrecht
Mietstreit, Kauf, Bauvertrag und Nachbarschaftsfragen.
Verkehrsrecht
Unfall, Bußgeld, Führerschein – häufig mit Versicherungsbezug.
Handels- & Gesellschaftsrecht
Verträge, Gesellschafterfragen, Unternehmensnachfolge.
Erbrecht
Testament, Erbengemeinschaft, Pflichtteil.
Kosten verstehen
Anwaltskosten richten sich häufig nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz und damit nach dem Streitwert. Alternativ sind Stundensätze oder Pauschalen möglich – dann gilt eine schriftliche Vergütungsvereinbarung.
Für die Erstberatung gibt es eine gesetzliche Obergrenze für Verbraucher. Fragen Sie vorab, was die Erstberatung kostet und was sie umfasst. Seriöse Kanzleien beantworten das ohne Zögern.
Wenn eine Rechtsschutzversicherung besteht, klären Sie die Deckung vor dem ersten Termin. Viele Kanzleien übernehmen die Deckungsanfrage, das sollte aber vereinbart sein.
Fragen für das Erstgespräch
Kommunikation entscheidet
Viele Beschwerden über Anwälte betreffen nicht die juristische Arbeit, sondern die Information: Wer wochenlang nichts hört, verliert das Vertrauen – auch wenn im Hintergrund gearbeitet wird.
Vereinbaren Sie deshalb zu Beginn, wie Sie informiert werden. Eine kurze Rückmeldung nach jedem Verfahrensschritt genügt meist und erspart beiden Seiten Nachfragen.
Was das Erstgespräch kosten darf
Für Verbraucher ist die Erstberatung im Gesetz begrenzt: Sie darf einen gesetzlich festgelegten Höchstbetrag nicht überschreiten, sofern keine andere Vergütung vereinbart wurde. Fragen Sie deshalb vor dem Termin ausdrücklich nach den Kosten.
Weitergehende Tätigkeit wird häufig nach Streitwert abgerechnet oder über eine schriftliche Vergütungsvereinbarung mit Stundensatz. Beide Varianten sind zulässig – wichtig ist, dass Sie vorher wissen, welche gilt.
Bei bestehender Rechtsschutzversicherung sollte die Deckung vor Mandatserteilung geklärt werden. Viele Kanzleien übernehmen die Deckungsanfrage; auch das gehört vorher vereinbart.
Vorbereitung auf den Termin
Fristen, die man nicht verpassen darf
Im Arbeitsrecht gilt für die Kündigungsschutzklage grundsätzlich eine Frist von drei Wochen ab Zugang der Kündigung. Wer sie versäumt, kann sich in der Regel nicht mehr gegen die Kündigung wehren – unabhängig davon, wie berechtigt die Einwände wären.
Auch bei Bußgeldbescheiden, Widersprüchen und Verjährungsfragen entscheiden Tage. Deshalb gehört das Zustellungsdatum jedes Schreibens notiert, bevor man sich um Inhalt und Strategie kümmert.
Im Zweifel gilt: Erst Termin holen, dann sortieren. Eine erste Einschätzung dauert oft zwanzig Minuten und verhindert, dass eine Frist im Papierstapel abläuft.
Wann eine Rechtsberatung sinnvoll ist
Außergerichtlich klären oder klagen?
In vielen Fällen ist eine außergerichtliche Lösung günstiger und schneller: Vergleich, Mediation oder ein anwaltliches Schreiben, das die Rechtslage klarstellt. Gerade bei laufenden Geschäftsbeziehungen ist das oft die bessere Wahl, weil sie den Kontakt nicht zerstört.
Ein Verfahren lohnt, wenn die Rechtslage klar ist, der Streitwert den Aufwand rechtfertigt und die Gegenseite nicht zahlungsunfähig ist. Der letzte Punkt wird häufig übersehen: Ein gewonnenes Urteil gegen einen insolventen Schuldner bringt nichts.
Fragen Sie Ihre Kanzlei ausdrücklich nach der Erfolgsaussicht in Prozent und nach dem Kostenrisiko im Fall des Unterliegens. Beides sollte vor Klageerhebung schriftlich vorliegen.
Kostenrisiko im Überblick
Unterlagen und Ablauf beim Mandat
Nach dem Erstgespräch folgt in der Regel die Mandatserteilung in Schriftform, verbunden mit einer Vollmacht. Erst damit kann die Kanzlei nach außen tätig werden, Akteneinsicht nehmen und Fristen wahren.
Rechnen Sie mit Rückfragen: Je vollständiger Ihre Unterlagen sind, desto weniger Zeit geht für Nachforderungen verloren – und desto günstiger wird die Bearbeitung bei Abrechnung nach Stundensatz.
Halten Sie den Schriftverkehr gebündelt. Eine chronologisch sortierte Ablage mit Datum, Absender und kurzer Notiz ist die beste Vorbereitung, die Sie selbst leisten können.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Rechtliche, steuerliche und medizinische Fragen gehören in die Hände der jeweils zuständigen Fachleute; Angaben zu Preisen, Fristen und Terminen können sich ändern.
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